Real Estate: Atlas (Domino)
Es ist fast so, als wäre die aus New Jersey stammende Band Real Estate permanent in einem Truman Show-artigen Sommerurlaub gefangen, in dem sie mit denselben alten, umgebauten Choppers auf denselben Vorstadtstraßen herumkurven und stets dieselbe sanfte Angst verspüren. Das ist keine schlechte Sache, denn der exzellente Nachfolger von Days aus dem Jahre 2011 ist eine Mischung aus glückseligem Byrds-artigem Sommer der Liebe und Deerhunters Unbeholfenheit, wobei Slacker-Gitarren das nostalgische Gefühl verstärken. Atlas ist elegant produziert, doch die Texte sind von Zweifel erfüllt: Martin Courtney spricht auf „Crime“ mit der lakonischen Art einer mit Medikamenten vollgedröhnten Hausfrau aus L.A. von "crippling anxiety", während „Past Lives“ – "I can not come back to this neighbourhood without feeling my old age" – mit seiner deprimierenden Geisterhaftigkeit besticht, die in Verbindung mit einem so idyllischen Soundtrack noch eindringlicher ist. Die sonne mag scheinen, das Gras mag grün sein, aber auf Atlas ist nur wenig Freude zu verspüren.
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