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Kate Upton wirbt für ein verdammt schlechtes Spiel

 

game of war kate upton 01

Während der Super Bowl sahen Abermillionen Menschen zu, wie Kate Upton aus einer Badewanne stieg, sich eine Rüstung überstreifte und auf einem Pferd aus einer einstürzenden Festung ritt. Das Spiel, für das sie Werbung macht, ist nicht annähernd so aufregend.

Das fragliche Spiel ist Game of War: Fire Age von Machine Zone und die angeblich $40 Millionen teure Werbekampagne mit dem bekannten Model/Schauspielerin ist die geldgetränkte Weiterentwicklung der Evony Werbung, die vor einigen Jahren Facebook heimsuchte. Die älteren Werbungen warteten mit attraktiven Frauen auf, die ganz und gar nicht züchtig gekleidet waren und den Betrachter aufforderten "Play Now, My Lord". Die Upton-Werbespots sind im Grunde dasselbe, nur eben in Live-Action-Form und voller Bewegung und mit einem riesigen Budget für Effekte.

Und im Unterschied zu den gemalten Frauen von Evony taucht Upton tatsächlich in Game of War auf, auch wenn sie nicht ganz die Göttin des Schlachtfelds ist, als die sie hier zu sehen ist.

Wäre Game of War: Fire Age ein Actionspiel, könnten wir Upton vielleicht dabei beobachten, wie sie über Fantasy-Schlachtfelder reitet und den Soldaten Kampfgeheimnisse ins Ohr flüstert. Doch Game of War ist ein mobiles free-to-play MMO-Strategiespiel, weshalb sich ihr Auftritt auf statische Tutorialschirme, Mitteilungen und den gelegentlichen Hinweis, dass man günstig Gold kaufen kann, beschränkt.

Die Action, die in der Werbekampagne zu sehen ist und von den Marketingleuten von Untitled Worldwide kreiert wurde, wird in Game of War nur angedeutet. Es ist das, was sich Spieler des „social strategy MMO“ möglicherweise vorstellen, während sie sich durch zahllose Menüs arbeiten und auf das Ablaufen einer scheinbar endlosen Serie von Timern warten.

Es ist dieselbe langweilige free-to-play Mobilvariante von Strategiespielen wie Civilization, die wir bereits allzu oft gesehen haben, zuerst auf Facebook und dann auf Mobilgeräten, als sich die bevorzugte Social-Gaming-Plattform änderte. Spieler bauen eine Festung und errichten darin winzige Gebäude, die Holz oder Metall oder Stein oder Soldaten produzieren. Die gesammelten Ressourcen werden verwendet, um die winzigen Gebäude zu verbessern und Soldaten zu erhalten, um die eigene Festung zu verteidigen und andere zu erobern.

Spieler schließen sich Allianzen an und können so mit anderen zusammenzuarbeiten, um die allgegenwärtigen Timers zu verkürzen. Der Kampf besteht darin, dass man dabei zusieht, wie die eigenen Truppen über die Karte marschieren, wobei einige Staubwolken die zufälligen Berechnungen verdecken, und dann heimkehren.

Es ist im Grunde eine komplizierte Version von Clash of Clans, für das während der Super Bowl ebenfalls ein (viel unterhaltsamerer) Werbespot zu sehen war. Game of War ist ein Spiel mit wesentlich mehr Spieltiefe, doch diese Spieltiefe hat verwirrende Menüs zur Folge, die aufgrund der allgegenwärtigen Werbung für Goldsonderverkäufe im Spiel nicht immer leicht zu lesen sind.

Es ist ein ermüdendes Durcheinander voller Mechaniken, die darauf abzielen, den Fortschritt für die zahlenden Kunden zu beschleunigen, während alle anderen so frustriert werden sollen, dass sie zur Geldbörse greifen. Entwickler Machine Zone begann mit textbasierten Spielen und trotz der Action, die in den Upton-Werbespots zu sehen ist, ist dieses Spiel nicht allzu weit von den Anfängen entfernt.

Also was macht den Reiz aus? Was sorgt dafür, dass Game of War: Fire Age seit seinem iOS-Debüt 2013 ständig auf den vordersten Plätzen von iPhones "Top Grossing" Liste zu finden ist (direkt unter Clash of Clans)?

Wie im Fall von CoC liegt auch hier die Antwort irgendwo zwischen Fangemeinde und Wettstreit (competition). Der soziale Aspekt dieser Basenbau-und-Kampfspiele vermittelt ein Gefühl das an jenes erinnert, in einem traditionellen MMORPG Mitglied einer Gilde zu sein. Anderen Spielern dabei zu helfen, Hindernisse zu überwinden – auch wenn die meisten dieser Hindernisse Timer sind – kann ziemlich lohnend sein.

Wenn man dieses Gefühl mit dem Umstand kombiniert, dass, wann immer ein Spieler Gegenstände und Ressourcen mit echtem Geld kauft, seine ganze Allianz davon profitiert, fällt es nicht mehr sonderlich schwer, gelegentlich fünf oder zehn Dollar zu investieren. Verdammt, ich gab mehr oder weniger zum Zweck der Forschung zehn Dollar aus, als ich das Spiel spielte – diese „sales splash“ Seiten sind sehr verlockend. Fragen Sie nur einmal das Kind, das im vergangenen Jahr mit der Kreditkarte seines Großvaters fast €37.000 in das Spiel investierte.

Und wer weiß? Vielleicht kann dieser Gemeinschaftsgeist Ihre Allianz an die Spitze der Leaderboards führen und Sie zum König oder zur Königin der gesamten virtuellen Welt machen.

Game of War: Age of Fire ist kein Spiel für mich. Es ist kein Spiel für traditionelle Gamer – wer immer die Pracht von Civilization erlebt hat, könnte sich niemals mit so einer farblosen, nach Geld gierenden Imitation zufriedengeben, selbst wenn eine riesige globale Fangemeinde dahintersteht.

Dies ist ein Spiel für die nicht-spielenden Massen, die Millionen Leute da draußen, die nie vor ihrem PC saßen und verzweifelt versuchen, die Angriffe eines Atomwaffen-verrückten Gandhi abzuwehren. Es ist ein Spiel für Leute, die, wenn sie einen schicken Super-Bowl-Werbespot mit einem Filmstar oder einem Model oder dem CG Nonsens, den Heroes Charge veröffentlichte, zu ihren Mobiltelefonen greifen und spielen.

Bliebt nur zu hoffen, dass sie sich nicht „Kate-Upton-riding-away-from-a-collapsing-castle-in-slow-motion“ (p möglicherweise während sie einen Cheeseburger isst) Level der Aufregung erwarten. Dafür wäre ein viel besseres Spiel als Game of War: Fire Age erforderlich.

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