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PewDiePies Spiel ist allzu bemüht

 

Der Star des derzeit beliebtesten Spiels im App Store ist kein Geringerer als Felix Kjellberg. Ich probierte das Spiel aus und möchte ihnen kurz schildern, was ich dabei herausfand.

PewDiePie: Legend of the Brofist ist ein Mobilspiel, das $4,99 kostet. Der große Bösewicht, mit dem Sie es zu tun bekommen, ist... ein Fass. Ja, Sie haben richtig gelesen. Ein böses Fass. Für den Durchschnittsmenschen mag sich das albern anhören. Für Fans ergibt es allerdings durchaus Sinn: Fässer (Barrels) haben ihre eigene PewDiePie Wiki Seite, auf der erklärt wird, wie dieses leblose Objekt zum „Erzfeind“ des blonden YouTuber wurde, nachdem dieser das Horrorspiel Amnesia gespielt hatte. Natürlich tauchen Fässer im Spiel auf, auch wenn das Resultat verdammt lächerlich ist:

Ich gehe davon aus, dass der größte Teil des Spiels vor allem für eingefleischte PewDiePie-Fans gemacht wurde. Sie sind schließlich diejenigen, die all die Insider-Witze verstehen werden. Sie sind diejenigen, denen die Gastauftritte anderer YouTube-Stars gefallen werden. Allen anderen wird Brofist schwerer schmackhaft zu machen sein.

Wenn Sie sich Gaming-Videos auf YouTube ansehen, werden Sie vermutlich mit jenen verrückten Videospielen vertraut sein, die mit tollem Bildmaterial überzeugen, ganz egal, was der Kommentator dazu sagt. “YouTube fodder”, werden sie (unfairerweise) genannt. Ich spreche von Spielen wie Goat Simulator, Surgeon Simulator, Physics Spielen und so weiter. Wir sehen Spiele wie diese sehr oft und sie lassen ihren albernen Charme so mühelos erscheinen. Einer der häufigsten Kritikpunkte ist, dass viele Spiele nun bewusst so gemacht werden, dass sie toll aussehen, wenn sie von einem YouTuber präsentiert werden, und gar nicht mehr gut sein müssen, um beliebt zu sein. Ich bin der Ansicht, dass dieser Zynismus nicht angebracht ist, und PewDiePies eigenes Spiel ist Beweis dafür. Es versucht, die Magie gewisser witziger Spiele einzufangen, die auf YouTube berühmt wurden, aber leider gelingt ihm das nicht ganz.

Im Video oben gibt es einen Moment, in dem PewDiePie kurz davor ist, von einem böööseeee Fass vernichtet zu werden. Doch dann taucht Markiplier mit einem Kampfjet, den er seinen Angaben zufolge übers Internet erwarb, auf und rettet ihn. Okay, so weit, so albern, aber nicht wirklich schlecht. Dann muss man eine Shoot-em-up-Sektion durchspielen, in der man Fässer (natürlich), Enten (ergibt Sinn), Regenbögen furzende Einhörner (wie bitte?), UFOs (warum?) und riesige Orcas (wtf?) tötet. Wenn diesem Wahnsinn irgendeine Logik zugrunde liegt, ist sie mir unbekannt. Das Spiel macht einfach in der Art weiter. Kurz nach der Shoot-em-up-Sektion muss man sich aus unerfindlichen Gründen zum Nordpol begeben. Unterwegs findet man einen großen T-Rex. Warum auch nicht? Ich hasse es, etwas, das eindeutig nicht ernst genommen werden will, zu kritisieren, aber hier sind wir nun.

Aber es gibt durchaus Dinge, die ich mag. Die Pixelgrafik ist erstklassig und mir gefällt, dass es keine „in-app purchases“ gibt. Das Platforming funktioniert auf iOS-Geräten ziemlich gut, auch wenn es selbst auf Schwierigkeitsgrad „leicht“ (easy) schwer ist; man hat das Gefühl, dass sich bei den Sprüngen Masse bewegt. Besonders gut gefällt mir, dass auch PewDiePies hündchen dabei sind, die mutig an Ihrer Seite kämpfen – und sich manchmal sogar opfern, um Sie am Leben zu erhalten. Niedlich! Aber Mann. Irgendwie ist das Spiel nicht witzig, sondern einfach langweilig. Legend of the Brofist ist ein Spiel, das sich zu sehr bemüht. Natürlich braucht es keine positive Bewertung von Leuten wie mir. Es wird trotzdem längere Zeit auf den vordersten Rängen der Charts zu finden sein. Das ist die Macht von PewDiePies Fangemeinde.

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