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Stacking: Das beste Stapelspiel mit russischem Thema seit Tetris (Test)

 

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Stacking ist ein Spiel mit ineinander schachtelbaren russischen Puppen. Matrjoschka-Puppen. Sie wissen schon, diese Puppen, die in andere Puppen hineinpassen, die wiederum in andere Puppen…

In dem Spiel kommen keine Waffen, keine Autos und fast keine Explosionen vor. Die Charaktere haben keine Arme, keine Füße. Star des Spiels ist der Sohn eines Kaminfegers. Stacking ist ein bescheidenes Spiel, aber ein zauberhaftes.

Das Spiel stammt von Double Fine Productions, einem Team, das in erster Linie dafür bekannt ist, Videospielkomödien zu machen. Diesmal haben sie eine relativ düstere gemacht. Ja, die Bösewichte entführen den Vater und die Geschwister unseres Helden, des kleinen Charlie Blackmore, und sie zwingen Kinder, Kohle zu schaufeln. Doch alles, was das Spiel über Kinderarbeit zu sagen hat, sagt es in Witzen. (Zum Beispiel, dass ein großes Problem der Kinderarbeit darin besteht, dass die kleinen Arbeiter dauernd aufs Klo gehen müssen.)

Das kurze Abenteuer wird im Stile eines Stummfilms dargeboten und spielt in den 1930-er Jahren, und zwar auf einem Bahnhof und in einigen anderen verschmutzten Gegenden irgendwo in Russland. So wunderbar diese Szenerie auch ist, der wahre Reiz von Stacking liegt im Spielablauf, in dem, was man tut. Man steckt den kleinen Sohn des Kaminfegers in eine andere Puppe hinein, und zwar in eine, die eine Nummer größer ist, etwa ein Mädchen mit einem Spielzeug. Und vielleicht benützt man sie, um sich an eine alte Dame heranzuschleichen, die wiederum eine Nummer größer ist, und schlüpft in sie hinein, um dann die alte Dame in die Puppe eines Wachmannes zu stecken. Normalerweise übernimmt man die eine oder andere Fähigkeit, der Puppen, in die man hineingeschlüpft ist – etwa die Fähigkeit, versperrte Türen zu öffnen, oder diejenige herzhaft zu furzen. Man schlüpft in immer größere Puppen hinein, man legt Puppen ab und wird wieder zum kleinen Charlie und löst Rätsel, um die liebe Familie zu retten.

Warum Sie sich für dieses Spiel interessieren sollten

Dies ist nicht nur eines jener Spiele für die Xbox 360 oder die PlayStation 3, die so ganz anders aussehen als alle anderen Spiel für diese Plattformen, es spielt sich auch ganz anders. Und es wurde von einem Studio gemacht, das für hohe Qualität bekannt ist.

Was mir gefiel

Das Verschachteln/Hineinschlüpfen: Die Gameplay-Meschanik ist die reinste Freude. Man kontrolliert das Spielgeschehen, als hätte man es mit einem Third-Person-Actionspiel mit einem Hauch List zu tun: Man schleicht sich an eine größere Puppe heran und schlüpft in sie hinein. Mit dem Hineinschlüpfen erwirbt man die Fähigkeiten der Puppe, in der man sich nun befindet. Die Charaktere in Stacking sind wohldefinierte Typen. Hüpft man in einen Richter, kann man mit dem Richterhammer klopfen. Hüpft man in den Kerl im Taucheranzug, kann man durch giftige Dämpfe gehen. Schlüpft man in einen Fabrikanten, kann man Öl aus dem Zylinder träufeln. Wenn man die richtigen vier oder fünf Puppen ineinander schachtelt, kann man im Prinzip mit fünf verschiedenen Persönlichkeiten herumwatscheln, jede davon mit einer speziellen Fähigkeit ausgestattet. Es macht Spaß herauszufinden, was jeder dieser Charaktere kann, und dann die richtige Kombination von Puppen für den jeweiligen Level zu planen.

Stil: In dem Video können Sie sehen, wie ein Puzzle im zweiten Level des Spiels gelöst wird, in dem sich der Held der auf einem Schiff voller Abenteurer und Partygäste befindet. Ihnen wird vermutlich auffallen, wie wunderbar der Schauplatz ausgestattet ist und wie viele interessante Charaktere dort anzutreffen sind, die alle schön anzusehen und unterschiedlich genug sind, um Ihren Gameplay-Bedürfnissen dienlich zu sein (Sie können den Illusionisten schon aus der Ferne ausmachen, falls Sie in ihn hineinschlüpfen müssen, um zu entkommen).

Das Lösen von Rätseln: Stacking ist insofern ein Abenteuerspiel, als es kaum Kämpfe gibt, dafür aber jede Menge situationsbezogene Rätsel. Auf dem Weg zur Rettung der Familie wird man auf Schiffen, im Bahnhof und an anderen Orten aufgehalten und muss gewisse Aufgaben bewältigen, um weiterzukommen. Jedes Mal gibt es mehr als eine Lösung, doch alle erfordern Beobachtungsgabe und Nachdenken. Falls man zum Beispiel die Gäste einer Party in einem verschlossenen Raum vertreiben muss, kann man in eine attraktive Puppe schlüpfen und sich durch Flirten Eintritt verschaffen und dann eine Szene machen… oder man kann die Lüftungsanlage reparieren und Dämpfe in den Raum leiten. (Es gibt mindestens noch eine weitere Lösung.) Einige dieser Rätsel sind verpflichtend, keines ist sonderlich schwierig, die besten erfordern die Nutzung mehrerer gut ausgewählter, ineinander verschachtelter Puppen.

Was mir nicht gefiel

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Triviale Nebenmissionen: Manche der Nebenaufgaben von Stacking, etwa das Ausfindigmachen und Verschachteln einer Familie von Puppen, sind sehr unterhaltsam. Doch viele der zusätzlichen optionalen Missionen sind überflüssig und sollen wohl so etwas wie Achievement-artige aufgaben sein. Man wird belohnt, wenn man eine Reihe von Puppen mit Hilfe einer bestimmten anderen Puppe erschreckt oder wenn man mit einer bestimmten Puppe mehre Male in eine bestimmte andere hineinschlüpft. Diese Nebenaufgaben bringen nichts und stören nur den Spielfluss.

Ungenutztes Potenzial: Irgendwie hat man das Gefühl, die Entwickler von Stacking hätten sich ein wenig zurückgehalten. Vielleicht planen sie eine schwierigere Fortsetzung oder ein Expansion Pack, denn sonst lässt sich nicht erklären, warum das Ineinanderschachteln in Stacking so einfach gehalten ist. Das Spiel erreicht seinen Höhepunkt in den Momenten, in denen der Spieler rasch die Fähigkeiten von ineinander verschachtelten Puppen kombinieren oder die Fähigkeiten einer ganzen ineinander verschachtelten Puppenfamilie entfesseln muss. Dies ist sicher Schachteln für Fortgeschrittene, das ich in den ersten ein, zwei Stunden nicht zuwege gebracht hätte. Es ist verwunderlich, dass im Spiel nicht mehr davon vorkommt. Vielleicht müssen wir alle ja zunächst das einfache Stapeln und Verschachteln lernen…

Fazit

An Stacking gibt es nur wenig auszusetzen. Das Spiel ist eine gewinnende Mischung von Gameplay und Ästhetik, Szenerie und Interaktivität. Es bereitete mit dank der unterhaltsamen Charaktere und der Bestätigung, dass Ineinanderstecken von Puppen (zumindest in Videospielform) nicht nur etwas für Russen ist, einen vergnüglichen Nachmittag.

Stacking wurde von Double Fine Productions entwickelt und von THQ am 8. Februar für die PlayStation 3 und am 9. Februar für die Xbox 360 veröffentlicht. Nur als Download erhältlich. Das Spiel kostet $15. Spielte die Xbox Live Arcade Version des Spiels am Samstagnachmittag in ungefähr vier Stunden durch, wobei ich die meisten Rätsel des Spiels auf mehr als eine Weise löste (meist sind drei bis vier Lösungen möglich). Lachte zwar nicht laut auf, fand das Ganze jedoch sehr amüsant, besonders die Diplomatenpuppen.

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