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Brothers: A Tale of Two Sons – Der Spaß und Spiele

 

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Beurteilen Sie Brothers: A Tale of Two Sons nicht nach seinen allzu dramatischen Anfangsmomenten, die eher ungeschickt eine Tragödie auf einem See darstellen, die einem jungen Buben die Mutter raubt, ihm dafür aber eine gesunde Angst vor Wasser einimpft. Ermessen Sie seine Effektivität lieber anhand der in der Erinnerung haften bleibenden Stunden voller Abenteuer die folgen, in denen derselbe Junge und sein älterer Bruder einer gefährlichen Wildnis trotzen, während sie nach dem wertvollen Elixier suchen, von dem sie hoffen, dass es ihren kranken Vater heilen wird.

Brothers: A Tale of Two Sons ist ein unerwartetes Erlebnis – und fast immer auf die entzückendsten Weisen. Die Überraschung, die mit Sicherheit die größte Bedeutung hat, ist das einfache Steuerungsschema des Spiels. Ein einzelner Spieler steuert die beiden Brüder – sowohl den schlanken jüngeren Kerl, der gewandt durch eine Spalten und Risse schlüpfen kann, als auch seinen älteren Bruder, der Hebel betätigen und schwere Gegenstände tragen kann – und jeder Charakter ist einem der Analog-Sticks des Controllers zugewiesen. Die Shoulder Buttons bewegen die Kamera (in den seltenen Momenten, in denen das erforderlich ist) und interagieren mit Objekten – und es gibt keinen Grund, auch nur einen Gedanken an die Face Buttons zu verschwenden.

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Es mag zwar auf das Allerwesentlichste reduziert sein, aber dieses einzigartige Steuerungsschema erlaubt den Machern, dem Spieler verschiedene interessante Rätsel vorzusetzen, die in anderen Spielen das flotte Tempo arg verlangsamen würden. Hier wirken selbst die vertrautesten Rätsel frisch, und zwar aus dem einfachen Grund, dass Sie sich verschiedenen Aspekten zugleich widmen und sich schnell der nächsten Herausforderung zuwenden können. Die Rätsel werden gekonnt mit hilfreicher Kameraarbeit eingeführt, und zwar so, dass Ihnen nicht geradeheraus gesagt wird, was Sie tun müssen, sie aber nicht allzu lange nachdenken müssen, um die richtige Lösung zu finden. Keine Aufgabe wirkt allzu sehr wie lästige Arbeit, obwohl die beiden Jungs nie allzu weit gehen können, ohne einen Hebel bedienen, einen Schlüssel finden oder etwas den Genreveteranen ähnlich Vertrautes tun zu müssen.

Sie werden vielleicht vermuten, dass ein solches Steuerungsschema schwierig zu meistern sein würde, und es gibt Momente, in denen es scheint, als würde das Spiel ein wenig zu viel vom Spieler erwarten. Diese Instanzen sind jedoch zum Glück sehr kurz und allfällige negative Auswirkungen werden durch ein sehr verzeihendes Checkpoint-System minimiert, das unnötige Frustration verhindert. Nur sehr wenige der frühen Rätsel erfordern ein größeres Maß an Koordination und wenn sich das im weiteren Verlauf des Spiels ändert, werden Sie mit der Steuerung der Helden so vertraut sein und sich so wohl dabei fühlen, die beiden Helden die gewunden Pfade entlangzuführen, dass sie nur allzu gerne bereit sein werden, die gelegentlichen Mängel zu verzeihen.

Je weiter sich die Jungs von ihrer Heimat entfernen, desto fantastischer wird die Welt, die sie erkunden müssen. Ein generisches Bergdorf macht rasch einer trostlosen Mine Platz, die zu einem Unheil verkündenden Wald führt, auf den viele wundersame Orte folgen. Diese Umgebungen sind farbenfroh, reich an Details und Bewegung: tosende Wasserfälle stürzen von Klippen, die sich bis in die wirbelnden Wolken erheben. Kiefern schwanken in Windböen und unergründliche Canyons liegen im Schatten von Burgruinen. Die Kamera nimmt sich oft einen Moment Zeit, um über jedes neue Gebiet zu schwenken, die Jungs können aber auch auf einer der zahlreichen Steinbänke, die sich überall in der Welt finden, Platz nehmen und sich an dem sanften instrumentalen Soundtrack von Gustaf Grefberg (er komponierte auch die Musik zu The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay und The Darkness) erfreuen und einen Moment der Rast genießen.

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Die Story, die sich entfaltet, während die beiden Jungs gemeinsam ein Missgeschick nach dem anderen durchleben, ist überraschend befriedigend, wodurch die plumpe Anfangsszene noch mehr heraussticht. Keiner der beiden Helden spricht im Laufe des Abenteuers je auch nur ein verständliches Wort, doch Grunzer und Kauderwelsch bringen es auf fast geniale Weise zuwege, deutlich zu vermitteln, was Sache ist. So werden bei jeder überraschenden neuen Wendung passend Verzweiflung beziehungsweise Freude ausgedrückt. Das Resultat sind eine Story und eine Welt, die gut in einen alten Jim Henson Film passen, allerdings bereichert um ein wenig Blut, Schweiß und Tränen.

Brothers: A Tale of Two Sons ist voller Momente, über die ich hier nicht zu viel verraten möchte – Sie werden es mir danken. Es ist eines jener seltenen Spiele, die besser werden, je länger man spielt. Die drei oder vier Stunden, die es dauern dürfte, bis Sie es durchgespielt haben, werden vorüber sein, ehe Sie es merken, und während der Abspann läuft, wird wahrscheinlich einer Ihrer ersten Gedanken sein, dass es nicht zu früh ist, das Ganze noch einmal zu erleben.

PRO: Intuitives Design der Rätsel; wunderschöne Umgebungen; überzeugende Story, die nie vom Spielspaß ablenkt.

CONTRA: Zu kurz; gelegentlich nicht ganz gelungene Steuerung.

Abschließende Bewertung

Spiel: 8,75

Spaßfaktor: 9,00

Für den Test wurde das Spiel auf der Xbox 360 gespielt.

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