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Hailu Mergia: Lala Belu (Albumkritik)

 

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Hailu Mergia: Lala Belu (Awesome Tapes from Africa)

 

 

Als die aus Äthiopien stammende Walias Band 1981 durch Nordamerika tourte, zogen es die meisten ihrer Mitglieder vor, nicht mehr in ihre Heimat zurückzukehren, da sie dem dort herrschenden „Roten Terror“ entkommen wollten. Unter ihnen war auch der Keyboarder Hailu Mergia, der Mitglied der äthiopischen Gemeinde in Washington, D.C. wurde und seit damals als Taxifahrer arbeitet, ein Job, den er auch heute noch zwischen den Gigs ausübt. Mit der Wiederentdeckung des „goldenen Zeitalters“ der 1970er von Addis Ababa, an der der Soundtrack für Jim Jarmuschs Film Broken Flowers aus dem Jahre 2005 großen Anteil hatte, bot sich für Musiker wie Mergia und Mulatu Astatke die Gelegenheit, ihre Karrieren wiederzubeleben. Lala Belu ist Hailu Mergias erstes Album seit 15 Jahren - und es hat sich gelohnt zu warten.

 

Auf einer Ebene ist es das Album eines traditionellen Jazz-Trios – Schlagzeuger Tony Buck und Bassist Mike Majkowski begleiten Mergias Keyboards – und bisweilen lässt Mergias wabernde Hammond-Orgel deutlich erkennen, welch bedeutenden Einfluss der Jazz-Funk von Jimmy Smith auf ihn gehabt hat. Doch Mergias Herangehensweise ist oft unorthodox. Seine Melodien, die sich die pentatonischen Skalen des Äthio-Jazz hinauf und hinunter schlängeln, sind hypnotisch und mysteriös. Seine Keyboards lassen Orgel auf elektrisches Klavier treffen, wobei er immer wieder auch zum Akkordeon wechselt, etwa auf dem benebelten „Tizita“, das das Album eröffnet, oder dem schrillen „Addis Nat“, das mit seinem harten Drumming wie ein Donner in die Ohren fährt. Ausgelassen oder nachdenklich - „Yefikir Engurguro“, mit dem das Album endet, ist ein Stück für Solo-Klavier – die ist ein aufregendes Hörvergnügen.

 

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