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Frequency Drift: Letters to Maro (Albumkritik)

 

Frequency Drift 01

 

Frequency Drift: Letters to Maro (Gentle Art of Music/Soulfood Distribution)

 

 

Der 2007 gegründeten Band Frequency Drift aus Bayreuth kann man Mangel an Fleiß und Kreativität wahrlich nicht vorwerfen, denn sie legt mit Letters to Maro bereits ihr achtes Album vor. Geboten wird nach wie vor „Cinematic Prog“, also Progressive Rock , der mit Elementen klassischer Musik und World Music angereichert wird und immer wieder mit dem Einsatz doch recht ausgefallener Instrumente überrascht. Doch nicht nur klanglich ist eine gewisse filmhafte Komponente zu bemerken, sondern auch inhaltlich, denn den Texten liegt zumeist ein umfassenderes Konzept zugrunde, dass sich sogar über mehr als ein Album hinweg erstrecken kann. Dominierten auf dem letzten Werk, dem 2016 erschienene Last, noch harte Gitarren, setzt die Band diesmal mehr auf rhythmische Feinheiten und klangliche Innovationen, um im Kopf der Hörer Bilder erstehen zu lassen. Eine wichtige Rolle spielt einmal mehr die E-Harfe, die hier vermehrt in andere elektronische Klänge eingebettet wird, die die heftigen Gitarren zurückdrängen, was den Sound insgesamt transparenter, vielschichtiger und auch emotionaler macht.

 

Mit Irini Alexia wurde erneut eine exzellente Sängerin gefunden, die über eine starke, aber gefühlvolle Stimme verfügt, die sie vielseitig einzusetzen versteht. Gerade auch ihre melodischen Gesangslinien sind es, die dieses neue Album trotz seiner musikalischen Komplexität sehr zugänglich machen, weshalb es nicht nur Prog-Rock-Fans gefallen dürfte. Die Single „Electricity“ erinnert vom Gesang her phasenweise ein wenig an Kate Bush und würde, obwohl ihr gegen Ende ein wenig die Energie ausgeht, gut in einen Film wie Ghost in the Shell passen, was nicht nur daran liegt, dass dieses Album von Japan und seinen Geistergeschichten und dem magischen Realismus Haruki Murakamis inspiriert ist. Mein persönliches Highlight ist aber „Escalator“ mit seinem sehr abwechslungsreichen Gesang, seinen elektronischen Klangcollagen und seinem leicht gruseligen Unterton. Ein abwechslungsreiches, über weite Strecken fesselndes Werk, dass vor dem geistigen Auge interessante Bilder erstehen lässt, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen.

 

 

Band Photo: Till Mayer

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