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Batman: Arkham Knights Red Hood ist ein weiteres schlechtes DLC Pack für ein gutes Spiel

 

Red Hood trägt ein Bat-Symbol auf seiner Brust, aber er wandert in der Stadt umher und tötet Bösewichte. Er ist ein Charakter, den die Fans entweder hassen oder lieben sollten. Deshalb ist es besonders schade, dass sein spielbarer Auftritt in Batman: Arkham Knight so schrecklich nichtssagend ist.

Story-Spoiler für wichtige Plot-Punkte in Batman: Arkham Knight, darunter auch das Ende, folgen.

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Er ist der Star einer 30 Minuten lange Erweiterung für Batman: Arkham Knight, ein gutes Spiel, für das schon zwei wenig beeindruckende, kurze Erweiterungen veröffentlicht wurden. Diese wurde zunächst als Anreiz, das Spiel vorzubestellen, angeboten, ist aber nun für alle erhältlich, die Arkham Knights Season Pass gekauft haben. Sie spielen hier als Red Hood; in den anderen konnten sie als Batgirl beziehungsweise Harley Quinn spielen. Da ich von den bisherigen beiden Add-ons zu  Arkham Knight enttäuscht war, hatte ich für das Red Hood DLC Pack bescheidene Erwartungen. Ich war auf kurze Spielzeit und eine Story vorbereitet, die nur an der Oberfläche der vielschichtigen Geschichten von Charakteren der Bat-Familie kratzen. Zu meiner negativen Überraschung gelang es Red Hoods Moment im Rampenlicht, meine bescheidenen Erwartungen noch zu untertreffen. Dieses Add-on ist tatsächlich noch schlechter als die beiden davor.

Red Hood ist schon seit langem ein faszinierender Charakter, der sich auf interessante und faszinierende Weise in ein Spiel übertragen lassen sollte. Red Hood ist Jason Todd, der zweite Robin, der ein ziemliches Arschloch war, weshalb die Fans in den 1980-ern dafür stimmten, dass er getötet wird. Er kehrte ins Leben zurück und hegt seither einen Groll gegen den Mentor, der es wagte, ohne ihn weiterzumachen. Selbst wenn er als Kämpfer gegen das Verbrechen geschrieben wurde und wird, gibt sich Jason in seiner Red Hood Gestalt keine Mühe, Batmans Ehrenkodex zu beherzigen. Er verwendet Schusswaffen, um Kriminelle kaltblütig zu exekutieren.

In diesem DLC hat sich Jason Todd zum Ziel gesetzt, dem schwungvollen Waffenhandel, den Black Mask von einer heruntergekommenen Mall und einem ebenso abgewirtschafteten Ladedock aus betreibt, ein Ende zu bereiten. Im Büro des Verbrecherkönigs kommt es zur finalen Konfrontation. Doch während dieser Missionen wird nichts von den verführerischen Qualitäten des Charakters deutlich. Jason Todds Red- Hood-Identität soll eine trotzige Erwiderung auf Batmans Moralkodex sein, eine, die sagt „Ja, Gotham wäre womöglich eine bessere Stadt, würden die maskierten Typen alle Kriminellen töten“. Doch er benötigt Batman – oder zumindest den metaphorischen Geist des Dark Knight – als Kontrapunkt, um interessant zu sein. Diesen Kontrapunkt gibt es hier nicht.

Red Hood taucht einfach auf und fängt an, Gangster zu verprügeln und zu töten. Coole Gameplay-Einfälle? Nicht wirklich. Es mag prickelnd sein, wenn man zum ersten Mal ein paar Schuss mit seinen Pistolen abgibt, aber dieser Reiz lässt rasch nach.

Er verfügt über einige neue Moves. Sein Flashbang (Blitzknall) betäubt und blendet Feinde, aber er ist ganz Funktion und lässt jedes Flair vermissen. Dasselbe gilt für seine „ zipline kick attack“ (Tritt-Angriff von der Seilrutsche aus). Manche der Gangster, auf die Sie im mittleren Stealth-Abschnitt dieses Add-ons stoßen, sind kugelsicher, weshalb Sie gezwungen sind, sie im Nahkampf auszuschalten. Aber das ist schon alles, was an Abwechslung geboten wird.

Was die Story anbelangt, kann man kaum sagen, wo sich dieses Kapitel in die Gesamtstory einfügen soll. In der Geschichte des Hauptspiels finden die Spieler heraus, das der mysteriöse Arkham Knight in Wahrheit Jason Todd ist, den Batman für tot hielt, seit er vom Joker gefangengenommen worden war. Nur ein Mindestmaß an Kontext wird hergestellt und die zeitliche Einordnung bleibt unklar, selbst wenn man die Storykampagne von Arkham Knight bereits beendet hat.

Red Hood wird nur als neuer Ordnungshüter/Rächer präsentiert, der mit Black Mask eine Rechnung zu begleichen hat. Das Batgirl DLC Pack bemühte sich wenigstens, eine Verbindung zwischen der zivilen Identität des Charakters und der Notlage von Commissioner Gordon herzustellen und so dafür zu sorgen, dass emotional einiges auf dem Spiel steht. Und dieses Add-on wartete außerdem mit Rummelplatz-Minispielen auf, die einen eingebetteten Subplot erzählten, wenn man sie gewann. In dieser neuen Erweiterung passiert nichts, das ähnlich ambitioniert wäre.

Das ist wirklich schade. Jason Todd ist der böse verlorene Sohn der Bat-Familie, der wieder aufgetauchte Schützling, der von Bruce Waynes Bitten, in den Schoß der Familie zurückzukehren, nichts wissen will. Da es ihn verletzt, dass er ersetzt wurde, sagt er, dass ihm egal ist, was Batman denkt, doch er zelebriert seine mörderische Art der Verbrechensbekämpfung ziemlich öffentlich, um die Aufmerksamkeit des Dark Knight zu erregen. Doch, vermutlich aus Angst, zu viel über das Ende des Hauptspiels zu verraten, wird seine Vorgeschichte mit Batman kaum erwähnt. Und so wie er hier präsentiert wird, scheint der Charakter nicht verwirrt zu sein und auch nicht unter seiner Lebensgeschichte und den Erfahrungen mit Batman zu leiden. Red Hood wirkt einfach nur wie ein Blödsinn redender, extrem gewalttätiger Idiot, dem das Töten großen Spaß macht.Leider kommt dieses DLC Pack nicht annähernd an die besten Darstellungen dieses Charakters heran.

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