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Menace Beach: Lemon Memor (Albumkritik)

 

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Menace Beach: Lemon Memor (Memphis Industries)

 

 

Selbst in einer Ära, in der 90s Revivalism (Wiederbelebung der 90-er) die Grundeinstellung ist, war das Debütalbum von Menace Beach, der Beinahe-Supergruppe aus Leeds, seinen Einflüssen allzu sehr verpflichtet: Dinosaur Jr, Pavement, Galaxie 500 et al. Ja, es war ein mit viel Liebe gemachtes Faksimile, in Verzerrungen getaucht und voller Hooks, aber dennoch nur ein Faksimile. Doch guten Bands wird solche Mimikry bald zu langweilig, weshalb Menace Beach auf dem Folge-Album Lemon Memory ihren musikalischen Horizont erheblich erweitern. Der Titel leitet sich von der Idee eines “lemon curse” (Zitronenfluch) her, denn die Bandleader Liza Violet und Ryan Needham glauben, dass ihr Haus mit einem solchen belegt wurde. Dermaßen durchgeknallter Okkultismus ist die Basis eines Albums, das sich bewusstseinserweiterndem Psychedelic Rock („Can’t Get a Haircut“), Motorik (das exzellente „Suck It Out“) und den extravaganteren Rändern der Indie-Szene der 80-er und 90-er widmet. Mitunter wird das Ganze beeindruckend gruselig – hören Sie sich etwa „Maybe We'll Drown“ an, das Violets glockenhellen Gesang mit einer gespenstischen Orgel kombiniert, um einen alptraumhaften Indie-Kinderreim zu kreieren. Doch immer kommt Violet und Needhams Talent für einen Bubblegum-Refrain zum Vorschein, das schon bei ihren frühen Songs deutlich erkennbar war. Ein beeindruckender Schritt vorwärts.

 

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